Interview mit Patrick Ehlers vor der Beiratswahl am 25.01.2015

Unser Gründungsmitglied Patrick Ehlers tritt bei der Mitgliederversammlung des HSV e.V. am 25.01.2015 zur Wahl als Delegierter des Supporters Club für den Beirat an. Aus diesem Anlass haben wir ihm ein paar Fragen dazu gestellt:

Hi Patrick, zunächst mal für die, die dich bisher noch nicht kennen: Stell dich doch mal kurz vor. Wer bist du? Was machst du? Warum bist du HSV-Fan usw…

Ich bin Patrick Ehlers, 1979 in Hamburg geboren und habe 2006 mit einigen anderen HSVern die FSB in Berlin gegründet. Warum ich HSV-Fan bin, weiß ich eigentlich nicht. Rationale Motive hierfür kann es ja nicht geben, wenn ich mich so an die vergangene Herzschlag-Saison erinnere. Ich bin einfach HSVer seit meiner Geburt. Meine unteilbare Loyalität gehörte nie einem anderen Verein und wird auch niemals einem anderen Verein gehören. Ich bin als HSVer geboren und werde im Alter von 1887 Jahren als HSV-Fan sterben. Diesen Zustand habe ich zeitweise schon verflucht. Aber wie Luther schon sagte: Hier stehe ich und kann nicht anders.

Du trittst ja zur Wahl als Delegierter des Supporters Club für den Beirat an. Kannst du uns kurz was dazu sagen, was es mit dem Amt überhaupt auf sich hat?

Der Beirat ist, vereinfacht ausgedrückt, der Aufsichtsrat des HSV e.V. Mitglied in diesem Beirat sind ein Delegierter der Abteilung Amateure, der Vorsitzende des Ehrenrates des HSV, zwei zu kooptierende weitere Mitglieder des HSV, die jeweils mit der goldenen Vereinsnadel für sportliche Leistung und für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden und, last but not least, ein Delegierter der größten Abteilung im Hamburger Sport-Verein e.V., der Abteilung Fördernde Mitglieder / Supporters Club. Als Delegierter für diese Abteilung kandidiere ich.

Die Aufgaben des Beirates bzw. des Wahlausschusses sind unter §19 der Satzung des HSV e.V. geregelt. Er soll das Präsidium, das ebenfalls auf der Mitgliederversammlung am 25.01.2015 gewählt wird, beraten, er prüft und schlägt Kandidaten für das Präsidium vor, es genehmigt den vom Präsidium aufzustellenden Haushaltsplan des Vereins und er erteilt die Zustimmung zur Berufung von Aufsichtsratsmitgliedern der HSV Fußball AG, also der Tochter unseres Vereins, durch das Präsidium.

Nach meinem Studium der Politikwissenschaft, habe ich, begleitend zu meiner Arbeit, in einer BWL-Ausbildung theoretische Kenntnisse in der Betriebswirtschaftslehre, u.a. auch im Bereich der Budgetierung und des Controllings, erworben und später durch eine Hospitation im Controlling einer großen deutschen Sozialversicherung praktisch erprobt. Ich denke, dass ich hierdurch und mit dem Herz eines HSVers so qualifiziert bin, dass mich jeder guten Gewissens wählen kann.

Und was sind deine Beweggründe dazu anzutreten?

Der Hamburger Sport-Verein e.V. ist nach der Mitgliederversammlung vom 25.5.2014 gefordert, sich neu zu finden und personell und inhaltlich zu erneuern. Dazu braucht es Menschen, die zu einem Konsens bereit und fähig sind und daraus einen Teamgeist entwickeln, um sich so und mit neuen Ideen ihren Aufgaben stellen, das Präsidium zu unterstützen. Als Delegierter der Abteilung Fördernde Mitglieder gilt es dabei, neben dem Wohl des Vereins auch die Interessen der eigenen Abteilung und ihrer Mitglieder im Auge zu haben und diese überzeugend, aber eben auch mit der Bereitschaft zum Konsens zu vertreten. Ich bin davon überzeugt, dass mir dies gelingen wird, deshalb trete ich zur Wahl an.

Für welche Positionen stehst du dann? Kann man dich ganz klar einer der Fraktionen zuordnen, die sich spätestens im Zuge der Ausgliederung gebildet haben?

Ich weiß nicht, ob man mich klar einer der Fraktionen zuordnen kann. Ich weiß aber, dass wir dieses Fraktionen-Denken in unserem Verein überwinden müssen. Denn in meinen Augen kann man mit einem Blick in die Vergangenheit die Zukunft nicht bestreiten. Wir brauchen zukünftig ein Miteinander und kein Gegeneinander. Wir müssen uns die Hände reichen, anstatt in Triumphgeheul nach einer gewonnenen Abstimmung oder in wüste Pöbeleien nach einer verlorenen Abstimmung auszubrechen. Wir müssen doch alle gemeinsam einsehen, dass die Polarisierung, die in letzter Zeit oft zutage trat, dem Verein mehr geschadet als genutzt hat. Nur kann das keine Person oder kein Gremium alleine schaffen. Das Wort „Verein“ kommt ja nicht von ungefähr. Es geht nur gemeinsam. Jeder muss bei sich selber anfangen und sich dahingehend überprüfen.

Wie siehst du die derzeitige Situation mit dem Riss durch die Fanszene. Gibt es da Hoffnung auf eine Annäherung?

Ich glaube, dass ich mit meiner vorangegangenen Antwort diese Frage bereits beantwortet habe. Wir Mitglieder bestimmen, ob es hier eine Annäherung gibt, oder nicht. Annäherung kann nicht verordnet werden. Wer den Dissens sucht, der wird ihn auch finden. Allerdings bin ich für prognostische Aussagen in diesem Punkt nicht der richtige Ansprechpartner. Die Fanbetreuung und die Abteilungsleitung des SC wären hier vielleicht wesentlich geeigneter als Ansprechpartner.

Wie beurteilst du das derzeitige Bemühen der neu gewählten Abteilungsleitung, nach der Ausgliederung eine Art Neuanfang zu starten.

Die neue Abteilungsleitung des HSV Supporters Club ist hier wesentlich näher an den Mitgliedern und Themen dran, als ich ich es jemals sein könnte. Aber die offene und transparente Kommunikation der Abteilungsleitung, z.B. im Internet einsehbare Protokolle von den AL-Sitzungen, immer mal wieder Kommentierungen zu aktuellen Themen im neuen Internet-Forum des Supporters Club, zuletzt die Umfrage unter den Mitgliedern via Internet, ist doch ein deutlicher Fingerzeig, wohin sich das ganze Thema bewegt. Nur müssen wir Mitglieder dies auch aufnehmen und konstruktiv behandeln. Dann habe ich keine Angst, dass wir in absehbarer Zeit wieder die große HSV-Familie werden, die wir einmal waren.

Und auf welchem Platz wird der HSV diese Saison beenden?

Wenn ich das wüsste, würde ich drauf wetten… Mir würde es schon ausreichen, wenn wir nicht wieder bis zur 94. Minute im 36. Spiel zittern müssten und der Klassenerhalt so frühzeitig wie möglich feststünde.

Vielen Dank für das Gespräch.

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