Klasse Tour, enttäuschender HSV

Samstagmorgen war es endlich so weit. Kurz nach halb sechs traf sich der Mob um Bubamara und Groundhoppa am Dresdner Hauptbahnhof, um mit etwas Verspätung den Weg in den Ruhrpott anzutreten. Mit einem 11er Holsten-Kasten und überragend guter Laune im Gepäck konnte es nach gefühlten 2h Schlaf endlich losgehen.

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Der InterCity war nur halb gefüllt und somit sicherte man sich auch ohne Sitzplatzreservierung ein nettes Plätzchen. Die ersten Pils wurden verhaftet und über den neuen Traumsturm um Ruud van Nistelrooy philosophiert. Die Fahrt bis Berlin verging wie im Fluge und bei gefühlten -20 Grad in Berlin Spandau stieg man in den IC Richtung Bonn. Dank unserem asozialen Anschein (Fußball-Fan und Bierkasten) gesellte/ verirrte sich nur ein „normaler“ Mensch in unser Abteil. Jener sollte sich als erstklassiger Gesprächspartner herausstellen und somit verging auch diese Bahnfahrt unglaublich schnell.

In Dortmund angekommen hatten wir noch 6h Zeit bis Spielbeginn und wir machten uns umgehend auf den Weg in die Dortmunder Innenstadt. Die folgenden verstörenden Erlebnisse auf der Suche nach einer simplen, guten Kneipe mit normalen Gästen werden wohl in die Annalen meiner Tourerlebnisse eingehen. Zunächst irrte man in der „Innenstadt“ umher, um eine geeignete Lokalität zu finden. Dieses Vorhaben sollte sich aber als ziemlich schwierig herausstellen. Verwöhnt von schottischer Pub-Kultur aus dem Oktober letzten Jahres, verschlug es uns als erstes in den legendären „Leed’s Pub“. Unfassbar, welch Pack sich um halb eins in diesem wirklich ekelhaften Schuppen herumtrieb. Trotz allem legte man satte 2€ für 0,2l Brinkhoff’s auf den Tisch. Da die Dortmunder Innenstadt überhaupt gar nicht überzeugen konnte, machten wir uns schnell auf den Weg per U-Bahn / Stadtbahn (was auch immer) Richtung Borsigplatz. Im Nachhinein sicherlich eine gute Entscheidung, auch wenn der besagte Platz (danke nochmal an den türkischen Jungen :D) ebenfalls nicht überzeugen konnte. Die nächstbeste Kneipe trug den Namen „Big Boss“. Auch dieser Name besaß durchaus großen Interpretationsspielraum. Folgendes Zitat eines Kneipengastes reicht, um den Laden und dessen Gäste zu beschreiben: „ … wir sind hier doch alle sex,- spiel- und alkoholsüchtig…“- Prost Mahlzeit Ruhrpott! Da wir dieser Klientel nicht wirklich angehören wollten, legte man dieses Mal „nur“ einen Euro für Ruhrpott-Plörre auf den Tresen und machte sich schnell aus dem Staub. Da ich bisher kein gutes Händchen bewies, und wir auch noch die erste Halbzeit der 15:30 Uhr Spiele schauen wollten, entschied sich hauptsächlich Bubamara, die nächstbeste Kneipe anzusteuern. Beste Entscheidung des Tages. Wer würde denn bitte annehmen, dass in der „Borsig-Schänke“ ausschließlich Griechen anwesend sind, welche wohl für ihr Leben gerne Karten spielen? Ich nicht! 😉 Die beiden Warsteiner gingen auf Bubamara und man konnte auf einem schönen Flat-TV die Bundesliga-Konferenz bestaunen.

Aber da man ja nicht wegen Pub-Hopping in Dortmund war, sondern um unseren heiligen e. V. siegen zu sehen, machten wir uns kurz nach vier auf in Richtung Westfalenstadion. Als Bubamara und ich zuletzt zusammen in Dortmund waren, gewann unser Hamburger Sport-Verein übrigens klar mit 3:0 und so hatten wir eigentlich ein gutes Gefühl. Angekommen am 80.000 Zuschauer fassenden Stadion, machten wir uns schnell auf in den Gästeblock um beste Plätze im Stimmungskern zu ergattern. Klappte bestens. Die CFHH verteilte eine Menge an optischen Stilmitteln und somit kamen auch Bubamara und ich in den Genuss, ein Teil der optischen Verschönerung des Gästeblocks, in Form von Doppelhaltern und Fahnen, gewesen zu sein. Der Support begann recht ordentlich,der Oberrang zog vor dem Rückstand ordentlich mit. Was allerdings ein „Wer nicht hüpft, der ist ein Bremer“ beim Spiel in Dortmund soll, wird mir wohl für immer verborgen bleiben. (Vor allem, wenn die Mitmachquote dann auch noch peinlich hoch im Vergleich zu anderen Gesängen ist.) Nach dem Rückstand durch Aogo, kann man wirklich so sagen, war die Stimmung mehr als durchwachsen. Die wohl schlechteste Mannschaftsleistung seit langem. Die zweite Halbzeit konnte nur besser werden. Nachdem der Oberrang wieder aus seinem Winterschlaf erwacht war, konnte man eine wirklich akzeptable Lautstarke erreichen und die Gassenhauer hallten brachial durch den Westfalenpark. Leider kam es nicht mehr zum erhofften Ausgleich und somit war man nach dem Spiel doch ziemlich enttäuscht vom Auftreten der Mannschaft.

Da die Rückfahrt erst 23:56 Uhr erfolgen sollte, kehrten wir in der Nähe des Dortmunder Hauptbahnhofs in ein italienisches Bistro ein, um bei Pizza und Weizen das schwache Spiel nochmals zu analysieren. Wir ließen uns die gute Laune dadurch aber nicht vermiesen… mit unfassbaren Wetten, auf welche ich hier nicht näher eingehen möchte (:D) oder mit dem Bestaunen leicht bekleideter Frauen ging die Zeit rum. Kurz vorm Einstieg in den City Night Line ließen wir es uns nicht nehmen noch den Sonderzug der Gladbacher (kamen aus Berlin), zu provozieren. Ihr Spacken! 😀 Die hohe Erwartung auf der Rückfahrt, hoffentlich ein Auge zu machen zu können, mussten wir schnell begraben. Das Abteil voll Menschen aus aller Herren Länder (Köln!), unfassbare Hitze (dank defekter Heizung) und kaum Beinfreiheit. Das hatten wir uns anders vorgestellt. Allerdings meisterten wir auch dies mit ner‘ ordentlichen Portion Galgenhumor. Ab Berlin konnte man dann endlich auch mal die Beine hochlegen und ein wenig schlafen. Dank Bubamara bin ich dann auch pünktlich in Dresden ausgestiegen. Wäre wohl bis Prag gefahren 😀 Nochmals danke, Bubamara! 😉 Alles in allem wieder einmal eine klasse Tour!
Schrei es laut mit Stolz heraus, wenn du diese Liebe in dir trägst ohhoooo…

In diesem Sinne, nur der HSV !!!

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